Archiv für den Monat: Oktober 2014

«Ich befürchte, dass der Berg
 ins Rutschen kommt»

Die Polemik um die Kosten in der Sozialhilfe untergrabe ein funktionierendes System, sagt Therese Frösch, die Co-Präsidentin der Skos.

Frau Frösch, die Sozialhilfekosten steigen schweizweit massiv an. Allein im Kanton Bern sind sie innerhalb von vier Jahren von 334 Millionen auf 480 Millionen Franken angestiegen. Was läuft schief?
Die Kostensteigerung hat nichts zu tun mit höheren Unterstützungsleistungen. Sie ist zunächst einmal eine Folge von Verschärfungen in den «vorgelagerten» Versicherungssystemen: Im Rahmen der IV-Revisionen wurde die Zahl der Neurenten halbiert. Viele Personen, welche von der Rente ausgeschlossen wurden, sind nun bei der Sozialhilfe. Bei der Arbeitslosenversicherung wiederum gab es Leistungskürzungen vor allem für ältere Arbeitnehmer. Schliesslich gibt es gesellschaftliche Ursachen wie die Zunahme der Scheidungen, die erhöhten Anforderungen in der Arbeitswelt und die Zunahme der Asylbewerberzahlen.
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Quelle: Der Bund

Demokratie braucht Soziale Arbeit

Teile der Massenmedien schlagen derzeit und immer wieder auf die Soziale Arbeit ein – die Rede ist von «Sozial-Irrsinn» und «Sozial-Industrie». Gleichzeitig wird das «soziale Netz» als eine der grössten Errungenschaften der Schweiz bezeichnet.

Deshalb ist es notwendig, zu fragen: Was ist die Soziale Arbeit? Warum gibt es die Soziale Arbeit überhaupt, und zwar nicht nur in der Schweiz, sondern fast weltweit? Sind da seit über hundert Jahren immer schlechte Regierungen am Werk, die das Geld des Volkes unsinnig zum Fenster rauswerfen?
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Lesen Sie auch den Offenen Brief von Peter Sommerfeld „Stellungnahme zur Kampagne von Blick und Sonntagszeitung zum “Sozial-Irrsin”“

Wir müssen besser hinschauen, bevor wir urteilen

Mit den von der SVP geforderten 600 Franken pro Monat als Grundbedarf für eine Person kann sich niemand ausreichend versorgen. Die heutigen Ansätze der Sozialhilfe hingegen bewegen sich in einem fairen und vernünftigen Rahmen. Dass sich die Sozialhilfekosten in der Schweiz auf jährlich 2 Milliarden belaufen, hört sich nach viel Geld an. Man muss aber beachten: Die Kosten aller Sozialwerke betragen mehr als das sechzigfache, nämlich jährlich ca. 130 Milliarden Franken. Hinzu kommt, dass es in den letzten Jahren keine Steigerung der Auslagen gab (gemessen am BIP).
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«Statt Armut bekämpft man heute die Armen»

Paola Gallo, Geschäftsführerin des Vereins «Surprise», über die neue Armut in der Schweiz und mediale Kampagnen gegen die Sozialhilfe. 

Klar, eine Zeitschrift wird am Basler Spalentorweg 20 auch produziert. Sogar eine sehr spannende und professionell gemachte. Vor allem aber ist der Verein Surprise eine Sozialfirma, die dort ansetzt, wo die staatlichen Behörden an ihre Grenzen kommen.
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Quelle: www.tageswoche.ch

Ablenken vom eigenen Versagen

AnalyseIn der Diskussion um Sozialkosten werden munter Fakten vermischt. Dabei ist klar belegbar: Die Kosten steigen nicht wegen sozialpädagogischer Massnahmen.

Seit der Fall Hagenbuch bekannt wurde, überbieten sich Politiker und Medien mit Schreckensmeldungen: Von explodierenden Sozialkosten ist die Rede, von Intransparenz und geldgierigen Sozialfirmen. Und wie das in solchen Debatten meist der Fall ist, steht rasch die SVP auf dem Plan und fordert einen Abbau.

Doch ist diese Forderung wirklich gerechtfertigt? Läuft etwas schief im Sozialstaat Schweiz? Wer diese Fragen beantworten will, muss genauer hinschauen.
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Quelle: www.tagesanzeiger.ch

Medienmitteilung zur medialen Kampagne gegen die «Sozialindustrie»

Mitte September überschlugen sich die Schlagzeilen: Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde KESB, die Betreiber von Sozialfirmen und die Soziale Arbeit als Ganzes standen wegen des «Falls Hagenbuch» unter medialem Beschuss. Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter wurden zum Teil pauschal als Profiteure einer boomenden «Sozialindustrie» denunziert. AvenirSocial – Soziale Arbeit Schweiz – spricht sich vehement gegen solche Diffamierungen aus und setzt sich für eine sachliche Diskussion ein. Wer sparen will, sollte die Ursachen von Armut bekämpfen, anstatt Sozialabbau zu fordern.
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Ausführliche Stellungnahme zur Medienmitteilung vom 1. Oktober 2014 zur gegenwärtigen medialen Kampagne gegen die «Sozialindustrie»

Die so genannte «Sozialindustrie» steht am Pranger. Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter werden pauschal als Profiteure der Sozialhilfepraxis denunziert. Einmal mehr fehlen – mit wenigen löblichen Ausnahmen – sachliche Darstellungen in den Medien.

Der Anlass und die Akteure
Kritik und Empörung gegenüber der «Sozialindustrie» und den profitierenden Sozialarbeitern wurden durch einen besonderen und doch seltenen Fall ausgelöst: Das freiwillige Engagement von Einwohnerinnen und Einwohnern für die «schwierige» vielköpfige Familie hat nicht das erhoffte Ergebnis gebracht, die neue Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) hat «über die Gemeindebehörden hinweg» Kinder dieser Familie fremdplatziert und die Gemeinde sah sich mit horrenden Kosten konfrontiert.1 Dieser einzelne Fall führt zu einer allgemeinen Kritik an der Sozialhilfe und gleichzeitig an der seit 2013 eingeführten KESB.
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